Romane

Hier finden Sie ein Verzeichnis der 27 Romane von Bernhard Nordh. Wir bemühen uns, diese Präsentation noch weiter zu vervollständigen.

Sie können dank einer Leseprobe des Romans "Schatten über der Marshalde", dem Durchbruchswerk des Autors, auch einen Eindruck von Bernhard Nordhs Prosa gewinnen.

Romanverzeichnis

Dieses Verzeichnis der Romane von Bernhard Nordh bezieht sich auf die Erstausgaben in Schweden. Die meisten Bücher sind in unzähligen Auflagen und mehreren verschiedenen Sprachen herausgegeben worden; siehe "Uebersetzungen". Zehn Romane kamen in der Volksbuchserie "Das Volk im Bild" heraus. Ausser dem Werk "Wolfsjagd" (Vargjakten) sind alle Romane auch als Sprechbücher erschienen. (Deutsche Originaltitel mit "..." markiert; Titelübersetzungen in Klammern durch den Uebersetzer.)

  1. Jorden är god (Segensreiche Erde), Lindblad 1936. Auch unter dem Titel "Tillbaka till jorden" (Zurück zur Erde) 1955 erschienen.

  2. I Marsfjällets skugga "Schatten über der Marshalde", Lindblad 1937.

  3. Fjällfolk "Norrlandsöhne", Lindblad 1938. Die Fortsetzung von "Schatten über der Marshalde"

  4. Undan frostpiskan "Die Leute von Kroksjö", Lindblad 1938. Auch unter dem Titel "Flickan från fjällbyn" (Das Mädchen aus dem Bergdorf) 1944 erschienen.

  5. I de stora skogarna (In den grossen Wäldern), Weiland 1938. Auch mit dem Werk "Vargjakten" (Wolfsjagd) zusammen 1975 herausgegeben.

  6. Folkhemmet (Das Zuhause des Volkes), Rotogravyr 1939. Auch unter dem Titel "Den siste bonden" (Der letzte Bauer) 1949 erschienen.

  7. Tösen på Valtomta (Das Mädchen von Valtomta), Lindblad 1940

  8. Silverdalen (Das Silbertal), Lindqvist 1941.

  9. Nybyggarna vid Bäversjön "Herz unter Wölfen", Lindblad 1942.

  10. Starkare än lagen "Die Wälder schweigen", Lindblad 1943. Ist die Fortsetzung von "Herz unter Wölfen".

  11. Kämpa mot ödet (Kampf mit dem Schicksal), Norden 1944.

  12. Ingen mans kvinna "Die Liebenden vom Gulbrandstal", Lindblad 1946.

  13. Jakobs stege (Die Jakobsleiter), Wahlström & Widstrand 1949.

  14. Ogärningsmän (Die Missetäter), Spegeln 1950. Auch unter dem Titel "I vildmarkens våld" (In den Klauen der Wildnis) 1954 erschienen.

  15. I min gröna ungdom (In meiner grünen Jugendzeit), Wahlström & Widstrand 1951.

  16. Vandra mot solen (Der Sonne entgegen), Lindblad 1953.

  17. Mina fem söner (Meine fünf Söhne), Lindblad 1956.

  18. Leker farligt (Gefährliches Spiel), Lindblad 1957. Ist die Fortsetzung von (Meine fünf Söhne).

  19. Röd himmel (Roter Himmel), Lindblad 1958. Ist die Fortsetzung von (Gefährliches Spiel).

  20. Offerbäcken (Der Opferbach), Lindblad 1959. Ist die Fortsetzung von (Roter Himmel).

  21. Åter till verkligheten (Zurück zur Wirklichkeit), Lindblad 1962. Ist die Fortsetzung von (Der Sonne entgegen).

  22. Skuggan över byn (Schatten über dem Dorf), Lindblad 1963.

  23. Gyllene bocken (Der goldene Bock), Lindblad 1965.

  24. Fjällbruden (Die Gebirgsbraut), Lindblad 1968.

  25. Bodil Jonsdotter (Bodil Jonstochter), Lindblad 1970. Ist die Fortsetzung von (Die Gebirgsbraut).

  26. Bågskytten (Der Bogenschütze), Lindblad 1971. Ist die Fortsetzung von (Bodil Jonstochter).

  27. Vargjakten (Die Wolfsjagd), B. Wahlström 1971. Minitaschenbuch. Früher unter dem Titel "Vilden från Sulitelma" (Der Wilde von Sulitelma) um 1930 erschienen. Auch mit "I de stora skogarna" (In den grossen Wäldern) zusammen 1975 herausgegeben.

Quellen: Matts Heijbel, "Boken om Bernhard Nordh", B. Wahlström 1977 und Svenskt Biografiskt Lexikon unter Redation von Göran Nilzén, Band 27, Stockholm 1990-1991.

Leseprobe aus "Schatten über der Marshalde"

..."Die B... Büchse!" keuchte er plötzlich. Die Büchse!

Paul zuckte wie unter einem Schlag zusammen. Die Büchse... die lehnte dort... ob er...? Aber der Vater hatte ihnen verboten, die Waffe anzurühren. Einige Sekunden lang kämpfte er... doch dann reichte er Aaron den Stab, schritt mit grossen Schritten der Büchse zu und ergriff sie. Sie wog schwer. Er konnte sie kaum halten. Die Büchse wirkte wie eine kleine Kanone in seinen Händen.

Die kleineren Geschwister verstummten, als Paul die Büchse ergriff. Das war etwas so unerhört dreistes und unfassbares, dass sie vor Erstaunen zu weinen aufhörten. Aaron drohte und schlug mit dem Stab gegen den unsichtbaren Feind, und in der Zwischenzeit kroch Paul hinunter an die Seite eines Felsblocks. Sein Herz pochte wild und der Schweiss rann. Dann lag er still und der graue Blick spähte scharf und feindlich hinauf zu den Felsklüften, von denen Aaron vor kurzem gesagt hatte, dass es sich dort gerührt hatte.

Ein paar Sekunden später stürzte der Vielfrass den Abhang hinunter... eine rollende, braune Masse von Fleisch und Blut, und in einem Augenblick wurde das unruhige Geblöke der Schafe durch einen Schuss übertönt, der gegen den Berg hallte und in einem dumpfen Echo in die Wildnis hinaus dröhnte.

Paul lag keuchend auf der Seite. Er hatte das Gewehr zu schlecht an seine Schulter gepresst und einen gewaltigen Schlag erhalten, als die Waffe vom Rückstoss zurückflog. Aber er lag da nur ein paar wenige Sekunden. Dann erhob er sich.

Den Schuss hören, seine Packung abwerfen und zurückspringen, war das Werk eines Augenblicks für Pålsson. Was war geschehen? Hatte eines der Kinder verbotenerweise an der Büchse gefummelt, oder, oder...? Der Mann lief, übersprang Steine und eilte zwischen Felsbrocken, schnaufend wie ein gehetzter Elchstier.

Als Pålsson das Lager erreichte, fand er alles so vor, wie es sein sollte. Die Schafe weideten und die Kinder waren ums Gepäck geschart. "Wer... wer hat die Büchse angerührt?" schnaufte er.

"Ich!" antwortete Paul zitternd. Er fühlte sich so klein und jämmerlich in diesem Augenblick. Die Büchse angerührt ohne Erlaubnis!

"Ein Vielfrass ist gekommen!" schwatzte Aaron eifrig. "Paul hat ihn erlegt!"

"Ein – ein Vielfrass?"

"Er liegt dort oben!" Aaron deutete den Berg hinauf, und Pålssons scharfe Augen entdeckten etwas unterhalb einiger Steine. Wortlos kletterte er bergauf.

Der Mann stand einige Momente und holte tief Luft, als er vor der geschossenen Bestie stand. Das war ein altes, grosses Männchen von der Art, die nichts fürchtete, und Pålsson kannte zur Genüge die blutigen Gewohnheiten der Vielfrasse. Hier hätte etwas schreckliches passieren können. Er strich sich über die Stirne, aber dann war es, als weitete sich seine Brust bis zum zerspringen. Er hatte einen Sohn... einen Sohn, der einen Vielfrass mitten im Lauf erlegt hatte! Er warf einen Blick hinunter und begann dann, das Tier zu häuten.

Der Auszug stammt aus der schwedischen Ausgabe des Romans "Schatten über der Marshalde", Kapitel VI. Dieses Werk wurde Bernhard Nordhs grosser Erfolgsroman, der zu hunderttausenden von Exemplaren verkauft und in fünf ausländische Sprachen übersetzt wurde. Die Deutschübersetzung besorgte Rolf Egger, Vilhelmina.